CHRONISCHE SCHMERZEN & CANNABIS

Studienbasierte Informationen & offener Austausch

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Was genau bedeuten chronische Schmerzen aus Sicht der Medizin?

Chronische Schmerzen sind definiert als Schmerzen, die länger als drei Monate andauern. Sie können als Kopf-, Muskuloskelett- und Viszeralschmerzen, neuropathische und rheumatische Schmerzen sowie als Schmerzen, von Grund auf Krebs, auftreten.2

Wer ist von chronischen Schmerzen betroffen?

Nicht nur ältere oder kranke Menschen sind von chronischen Schmerzen betroffen. Es handelt sich hierbei um ein globales Phänomen3, das sich durch alle Altersschichten zieht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten von chronischen Schmerzen gibt es?

Zu den Therapien zur Behandlung chronischer Schmerzen gehören verschiedene pharmakologische Wirkstoffe (wie trizyklische Antidepressiva, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Opioid-Analgetika). Diese Medikamente bieten oftmals nur eine begrenzte Schmerzlinderung und können mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein.4,5

Das ist ein weiterer Grund, warum das Interesse am Einsatz von Medikamenten auf Cannabisbasis zur Bekämpfung chronischer Schmerzen steigt. Medikamente auf Cannabisbasis enthalten aus der Cannabispflanze gewonnene Cannabinoide, darunter Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD) oder eine Kombination aus THC und CBD.6

Es ist zu bedenken, dass pharmakoökonomische Faktoren bisher die größte Einschränkung für den Einsatz von medizinischem Cannabis waren.1

Kann medizinisches Cannabis zur Bekämpfung chronischer Schmerzen eingesetzt werden?

Es gibt jedoch Unsicherheit und Kontroversen bezüglich des Gebrauchs von Medikamenten auf Cannabisbasis zur Behandlung von chronischen Schmerzen.7

Da es viele verschiedenen Arten von chronischen Schmerzen gibt, kann der Einsatz von Medikamenten auf Cannabisbasis nicht vereinheitlicht werden.

Ist medizinisches Cannabis für jeden geeignet?

Um einige Beispiele anzuführen: Es gibt Widersprüchlichkeiten hinsichtlich der Wirkung bei Patienten mit Fibromyalgie, Muskel- und Skelettschmerzen, Morbus Crohn, MS, Schmerzen im Zusammenhang mit Kopfschmerzen, rheumatoider Arthritis und Osteoarthritis.8,9

Patienten, die mit medizinischem Cannabis therapiert werden, darunter leiden in etwa zwei Drittel an chronischen Schmerzen, berichten von gesundheitlichen Verbesserungen, wie deutlich verbesserter Schmerzbewältigung und Schlaf.1

Es kommt oftmals auf den Zustand des Patienten (u.a. Gene10) und die Art des Medikaments auf Cannabisbasis (Kapseln, Konzentrate, Vaporiser, Tinkturen u.a.) an, ob ein positiver Effekt nachgewiesen werden kann oder nicht. Außerdem muss Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Medikamenten auf Cannabisbasis berücksichtigt werden.1 

Medikamente auf Cannabisbasis bereichern zweifellos die Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung von chronischen Schmerzzuständen. Es liegt weiterhin in der Verantwortung des Gesundheitswesens, strenger und längere Studien über Medikamente auf Cannabisbasis durchzuführen, um Beweise zu erbringen, die dem Standard der klinischen Versorgung des 21. Jahrhunderts entsprechen.11 

[1] Piper, Brian J et al. “Chronic pain patients‘ perspectives of medical cannabis.” Pain vol. 158,7 (2017): 1373-1379. doi:10.1097/j.pain.0000000000000899

[2] Houze B, El-Khatib H, Arbour C. Efficacy, tolerability, and safety of non-pharmacological therapies for chronic pain: An umbrella review on various CAM approaches. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2017;79(Pt B):192–205

[3] Fashler SR, Cooper LK, Oosenbrug ED, et al. Systematic review of multidisciplinary chronic pain treatment facilities, Pain Research and Management Pain Research and Management. 2016:5960987.

[4] Haanpaa ML, Gourlay GK, Kent JL, et al. Treatment considerations for patients with neuropathic pain and other medical comorbidities. Mayo Clin Proc. 2010;85:(3 Suppl):S15–25

[5] Moulin DE, Clark AJ, Gilron I, et al. Pharmacological management of chronic neuropathic pain – consensus statement and guidelines from the Canadian Pain Society. Pain Res Manag. 2007;12(1):13–21.

[6] Freeman TP, Hindocha C, Green SF, Bloomfield MAP. Medicinal use of cannabis based products and cannabinoids. BMJ. 2019;365:l1141

[7] Hauser W, Finn DP, Kalso E, et al. European Pain Federation (EFIC) position paper on appropriate use of cannabis-based medicines and medical cannabis for chronic pain management. Eur J Pain. 2018;22(9):1547–1564.

[8] Allan GM, Ramji J, Perry D, et al. Simplified guideline for prescribing medical cannabinoids in primary care. Can Fam Physician. 2018;64(2):111–120.

[9] Authorizing dried cannabis for chronic pain or anxiety. Mississauga (ON): College of Family Physicians of Canada; 2014: https://www​.cfpc.ca/uploadedFiles​/Resources​/_PDFs/Authorizing​%20Dried%20Cannabis​%20for%20Chronic%20Pain%20or%20Anxiety​.pdf Accessed 2019 Jul 22.

[10] Mulligan MK, Genetic Factors in Cannabinoid Use and Dependence. Adv Exp Med Biol. 2019;1162:129-150. doi: 10.1007/978-3-030-21737-2_7.

[11] Häuser W, et.al.; Efficacy, tolerability and safety of cannabis-based medicines for chronic pain management – An overview of systematic reviews; Eur J Pain. 2018 Mar;22(3):455-470. doi: 10.1002/ejp.1118. Epub 2017 Oct 15.

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Opiate und Migräne

Hallo,

ich nehme seit 2018 täglich Oxycodon und andere Schmerzmittel, die mir verschrieben wurden, da sich die Wirbel einmal Richtung Rückenmark und die anderen sich in den Bauchraum verschoben haben. Daraufhin wurde ich im Februar 2019 operiert, drei mal innerhalb von 8 Tagen. Ursprünglich sollte die Wirbelsäule versteift werden, dabei brach die Hälfte eines Wirbels weg. Und das Stück hat dann mein Rückenmark beschädigt. Ich nehme seitdem immer noch Oxycodon, da ich sonst den Tag vor Schmerzen nicht aushalte. Allerdings habe ich auch starke Nebenwirkungen, wenn ich die Dosis nir etwas erhöhen muss wegen der Schmerzen, hab ich so starken Juckreiz am ganzen Körper, dass ich mich teilweise blutig kratze. Zum anderen ist mein Darm extrem träge, so dass ich regelmäßig abführen muss und mein Dickdarm schon ein paar mal fast geplatzt wäre, da ich keinen Stuhlgang hatte, nicht nur ein paar Tage, sondern das schon in den Wochenbereich ging. Schmerzen habe ich trotzdem jeden Tag. 

Dazu des öfteren auch noch Migräne mit Übergeben, Aura, teilweise auf einem Auge keine Sicht oder stark verschwommen. 

Besteht die Möglichkeit, dass ich diese Blüten auch verdampfen könnte und dafür das Oxycodon absetzen kann? Welche Blüten wären dann ratsam?

Ich würde mich sehr über Hilfe freuen. 

Lg Janine 

Hallo Janine,

das ist aber bisher ein schwerer Weg bis hierhin, das tut mir sehr Leid.

Bezüglich Cannabis in der Schmerztherapie hat man in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht. Natürlich kann man nicht das Oxycodon von einem Tag auf den anderen absetzen, man tastet sich langsam an die Therapie mit den Blüten an. Häufig muss man zunächst etwas ausprobieren, welche Sorte Einem gut tut und wie gut man es verträgt, da jeder Mensch und jeder Körper sehr individuell ist. Dabei hat man einerseits die Möglichkeit die Blüten zu verdampfen, damit erhält man einen schnellen Wirkeintritt, aber die Wirkstoffe werden dementsprechend auch schneller abgebaut. Außerdem kann man auch Cannabis-Extrakte einnehmen, die etwas langsamer, aber dafür länger wirken. Auch eine Kombination aus beidem ist manchmal sehr sinnvoll.

Für die Therapie von starken Schmerzen werden Sorten mit hohem THC-Gehalt empfohlen. Es wird auch zwischen Blüten, die sich eher für den Tag eignen (Sativa) und Sorten für die Nacht unterschieden (Indica). Das ist aber grade nur eine sehr allgemeine Einteilung. Wie gesagt, zu Beginn der Therapie muss man sich manchmal erst mal etwas orientieren und ausprobieren. Von vielen Patienten haben wir aber auch schon gehört, dass durch die Therapie mit Cannabis andere Schmerzmittel auf Dauer abgesetzt werden können und es sehr gut vertragen wird. Versprechen kann ich natürlich nichts, aber ich denke bei dieser Vorgeschichte in Verbindung mit den Nebenwirkungen des Oxycodons, ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Gerne können wir Sie telefonisch noch mal tiefergehend informieren. Wir freuen uns auf ein Gespräch!

Bis hierhin alles Gute, jede Menge Kraft und viele Grüße aus Hürth,

Dominika

Hallo Dominika,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Können Sie eigentlich auch Ärzte zb in Schleswig Holstein empfehlen, die damit Erfahrung haben und dieses auch verschreiben würden? 

 

Liebe Grüße

Janine

Hallo Janine,

leider dürfen wir als Apotheke keine Arztempfehlungen aussprechen. Grundsätzlich kann man sagen, dass Schmerzzentren sowie Unikliniken häufiger mit der Verschreibung vertraut sind. Für weitere Informationen zuÄrzten, aber auch Erfahrungsberichte von Patienten kann ich gerne folgende Websites an die Hand geben:

https://www.leafly.de/

https://forum.arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de/index.php

https://bdcan.de/

Viele Grüße,

Dominika

Hallo Dominika,

 

danke dir für die Links. Ehrlich gesagt finde ich das alles sehr schwierig. Allein schon einen Arzt zu finden, der sich damit auskennt, damit er dazu auch ein Rezept ausstellt.

Wahrscheinlich muss ich wohl mit den Schmerzen „leben“, auch wenn alles andere darunter leidet, vorallem auch durch die Nebenwirkungen. 

Liebe Grüße 

Janine 

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