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GMP-Zertifizierung beim Anbau von medizinischem Cannabis

Medizinisches Cannabis und die "Good Manufacturing Practice"

GMP-Zertifizierung beim Anbau von medizinischem Cannabis

Die GMP-Zertifizierung ist für den Anbau von medizinischem Cannabis unerlässlich. Wir erklären, was GMP bedeutet und welche Auswirkungen das auf die Produkte hat.

GMP-Zertifizierung beim Anbau von medizinischem Cannabis

Seit 2017 kann Medizinalcannabis in Form von Cannabisblüten und Cannabisextrakten per BtM-Rezept verordnet werden. Während manche Firmen eine Lizenz für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken innerhalb der Bundesrepublik besitzen, gibt es auch mehrere Unternehmen, die cannabinoidhaltige Arzneimittel im Ausland produzieren. Wer Cannabis für den medizinischen Markt in Deutschland herstellen will, braucht neben der entsprechenden Lizenz eine sogenannte GMP-Zertifizierung. Die GMP-Zertifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung im Anbau von medizinischem Cannabis, um Sicherheit und Qualität der verkauften Produkte zu gewährleisten.

Was ist die GMP-Zertifizierung?

GMP steht für „Good Manufacturing Practice“ (deutsch: gute Herstellungspraxis) und bezieht sich auf eine Reihe von Regeln und Standards, die sicherstellen sollen, dass Produkte sicher und von hoher Qualität produziert werden. Die GMP-Zertifizierung ist für viele Industriezweige relevant, einschließlich der pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie oder der Kosmetikindustrie.

GMP-zertifizierte Cannabisplantage in einem großen Gewächshaus
Abb.1: Eine Cannabisplantage, die alle GMP-Richtlinien erfüllt, wirkt modern und klinisch rein.

Beim Anbau von medizinischem Cannabis bezieht sich die GMP-Zertifizierung auf die Anforderungen an Produktion und Verarbeitung von Cannabisprodukten. Die GMP-Zertifizierung ist notwendig um sicherzustellen, dass medizinisches Cannabis von hoher Qualität ist und Grenzwerte für Verunreinigungen wie beispielsweise Düngemitteln, Pestiziden oder anderen Schadstoffen nicht überschritten werden. Die allgemeinen GMP-Standards sollen Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Produkts gewährleisten.

Die Kosten und der Aufwand für die GMP-Zertifizierung können je nach Größe und Art des Unternehmens variieren. Generell ist die Zertifizierung mit einem erheblichen Aufwand verbunden und kann hohe Kosten verursachen. Es müssen spezielle Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass alle GMP-Richtlinien eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem die Implementierung von speziellen Prozessen und Verfahren, die Schulung der Mitarbeiter und die Durchführung von regelmäßigen Inspektionen.

Anforderungen an die GMP-Zertifizierung

Um die GMP-Zertifizierung zu erhalten, müssen Unternehmen bestimmte Anforderungen erfüllen, die sich auf den gesamten Herstellungsprozess beziehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Interne Richtlinien für die Bestimmung von Hygienestandards und Sauberkeit
  • Eine adäquate Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter
  • Kontrolle verwendeter Rohstoffe und Materialien
  • Ein Verfahren zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle
  • Lückenlose Dokumentation von Prozessen und Ergebnissen
  • Überprüfung und Validierung von Produktionsprozessen

Die Einhaltung dieser Anforderungen wird von unabhängigen Prüfstellen überwacht, durch die eine GMP-Zertifizierung vergeben wird. Durch regelmäßige Kontrollen und Inspektionen wird sichergestellt, dass Unternehmen nach dem GMP-Standard arbeiten und hohe Qualitätsstandards einhalten.

Anforderungen an den Anbau- und Verarbeitungsprozess

Zu den Anforderungen an die Anbau- und Herstellungsprozesse von medizinischem Cannabis gehören beispielsweise die

  • Einhaltung und Kontrolle bestimmter Hygienestandards, um das Risiko von Kontaminationen zu minimieren.
  • Verwendung zugelassener Düngemittel und Pestizide: Alle verwendeten Düngemittel und Pestizide müssen für den Einsatz bei medizinischem Cannabis offiziell zugelassen sein und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
  • Überwachung und Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen kontrolliert werden, um ein optimales Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten.
  • Überwachung der Schadstoffbelastung: Regelmäßige Tests müssen überprüfen, ob die angebauten Pflanzen frei von Schadstoffen sind.

Welche Rolle spielt die GMP-Zertifizierung für eine Lizenz zum Verkauf von Medizinalcannabis?

Um in Deutschland Medizinalcannabis legal anbieten zu können, ist eine Lizenz notwendig. Die Anforderungen an die Lizenzierung sind streng und um eine solche Erlaubnis zu erhalten, muss unter anderem eine GMP-Zertifizierung nachgewiesen werden. Die GMP-Zertifizierung gilt für alle Hersteller und Lieferanten cannabinoidhaltiger Arzneimittel.

Eine Person prüft den Reifegrad blühender Cannabispflanzen
Abb. 2: Keine Handschuhe, keine Maske, kein Haarnetz… Und auch noch im Freiland! Hier wird garantiert kein medizinisches Cannabis produziert.

Generell ist die Zertifizierung mit einem erheblichen Aufwand verbunden und kann hohe Kosten verursachen. Es müssen spezielle Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass alle GMP-Richtlinien eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem die Implementierung von speziellen Prozessen und Verfahren, Schulung der Mitarbeiter und Durchführung regelmäßiger Inspektionen.

Wie erhalten Unternehmen ein GMP-Zertifikat?

Um ein GMP-Zertifikat zu erhalten, müssen Firmen bestimmte Schritte durchlaufen. Eine der ersten Maßnahmen ist ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem, welches den GMP-Regeln entspricht. Alle Prozesse und Verfahren müssen dokumentiert und die Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Nach erfolgreicher Inspektion kann eine unabhängige Zertifizierungsstelle das Zertifikat vergeben.

Die Überprüfung des Zertifikates erfolgt in der Regel vor Ort. Wird gegen Richtlinien verstoßen, können Sanktionen und Strafen verhängt werden, einschließlich der Aufhebung der GMP-Zertifizierung.

Die Überprüfung wird von speziell ausgebildeten Inspektoren durchgeführt. Dabei wird die Einhaltung der GMP-Regeln überprüft sowie Qualitätssicherungsmaßnahmen und -prozesse des Unternehmens überwacht. Darüber hinaus kontrollieren Prüfer auch die Dokumentation und Schulungsprotokolle des Unternehmens. Die Gültigkeitsdauer von GMP-Zertifikaten variiert je nach Land und Zertifizierungsstelle. In der Regel ist die Gültigkeit auf ein bis drei Jahre begrenzt.

Wie erhalten Unternehmen ein GMP-Zertifikat?

Die GMP-Zertifizierung ist für den Anbau von medizinischem Cannabis von großer Bedeutung. Festgelegte Regelungen garantieren die Qualität und Sicherheit cannabinoidhaltiger Arzneimittel. Darüber hinaus gewährleistet die Einhaltung von GMP-Regeln die optimale Versorgung von Patienten.

Kosten und Aufwand für ein GMP-Zertifikat können jedoch hoch sein. Die Zertifizierung ist jedoch ein essenzieller Teil der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens. GMP-Zertifikate sind nur begrenzt gültig. Dadurch wird vor allem sichergestellt, dass Unternehmen regelmäßig überprüft werden und auf dem neuesten Stand der GMP-Regeln bleiben. Die Dokumentation spielt eine zentrale Rolle bei der Zertifizierung und muss strengen Anforderungen entsprechen. Eine sorgfältige Dokumentation ist notwendig, um die Einhaltung der GMP-Regeln zu belegen und im Falle einer Überprüfung oder Beanstandung nachweisen zu können, dass der Betrieb alle Vorschriften einhält.

Aus der Redaktion
Alle Qualitäts-Zertifizierungen zielen darauf ab, ein reines und hygienisches Produkt zu schaffen, welches verdampft werden sollte und nicht geraucht. Das Rauchen von Cannabis kann schlimme Nebenwirkungen haben, die wir in diesem Text zusammengefasst haben.

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