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Medizinisches Cannabis rauchen: Diese 6 Risiken drohen!

Warum das Verdampfen von Cannabis sinnvoller ist

Medizinisches Cannabis rauchen: Diese 6 Risiken drohen!

Die Inhalation zählt zu den häufigsten Darreichungsformen von Cannabis. Das Rauchen, sei es pur oder mit Tabak gemischt, kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Tabakrauch enthält darüber hinaus Nikotin, eine starke und süchtig machende chemische Substanz, die in Cannabisblüten nicht vorkommt. Nikotin kann zahlreiche gesundheitliche Probleme verursachen, einschließlich Krebs, Herzerkrankungen sowie Atemprobleme.

Auch das pur Rauchen von Cannabis ist auf lange Sicht schädlich! Durch Verbrennung entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, die beim Inhalieren in den Körper aufgenommen werden. Für die medizinische Anwendung von Cannabisblüten wird immer das Verdampfen mithilfe eines Vaporizers empfohlen.

Zu den typischen Nebenwirkungen des Rauchens zählen:

1. Chronische Bronchitis

Das Rauchen von Cannabis kann die Bronchien und die Lunge reizen, da zahlreiche Chemikalien, einschließlich potenzieller Schadstoffe wie Teer und Kohlenmonoxid, freigesetzt werden. Die Substanzen verursachen Entzündungen in den empfindlichen Zellen der Atemwege. Die für die Reinigung verantwortlichen Flimmerhärchen werden beschädigt und können ihre Reinigungsfunktion nicht mehr erfüllen. Infolgedessen kommt es zu einer erhöhten Schleimproduktion, die den Abtransport von Schadstoffen und Erregern erschwert und zu einem anhaltenden Husten und Auswurf führt. Eine chronische Entzündung kann außerdem die Verdickung der Bronchialwände und eine Verengung der Atemwege begünstigen, was Atemnot und ein Engegefühl in der Brust zur Folge haben kann. Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken.

2. Lungenemphysem

Das Rauchen von Cannabis, wie auch das Rauchen von Tabak, kann das empfindliche Lungengewebe erheblich schädigen und zu einer Erkrankung namens Lungenemphysem führen. Bei einem Emphysem werden die kleinen Luftbläschen (Alveolen) in der Lunge, die für den Gasaustausch verantwortlich sind, irreversibel zerstört. Dadurch verliert die Lunge ihre Elastizität, und es wird schwieriger, Luft ein- und auszuatmen.

Die beim Rauchen freigesetzten Chemikalien können die Lunge schädigen und entzündliche Prozesse auslösen, welche die Zerstörung der Alveolen beschleunigen und die normale Lungenfunktion beeinträchtigen.

Die Symptome eines Emphysems entwickeln sich typischerweise langsam über Jahre hinweg und können Atemnot, Müdigkeit, Gewichtsverlust, bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel (Zyanose) sowie eine verminderte Belastbarkeit bei körperlicher Aktivität beinhalten. Im fortgeschrittenen Stadium kann ein Emphysem zu schweren Komplikationen führen, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemversagen.

Eine vereinfachte Darstellung der Lunge, in der ein Lungenflügel aus Zigarettenkippen besteht. Der andere Lungenflügel besteht aus kleinen Brokkoli-Stücken.
Abb 1: Ob Cannabis oder Tabak: Das inhalieren von Rauch ist für die Lunge immer schädlich, da der Rauch viele Schad- und Giftstoffe enthält.

3. Lungenkrebs

Rauchen erhöht das Krebsrisiko. Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit und kann durch das Rauchen verursacht werden. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein etwa 20- bis 30-fach erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Beim Verbrennungsprozess des Rauchens werden zahlreiche krebserregende Substanzen, wie beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine und Benzol, freigesetzt. Diese Stoffe können die DNA in den Lungenzellen schädigen und somit das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab.

Auch beim Rauchen von Cannabis besteht ein potenzielles Risiko für Lungenkrebs, obwohl die bisherige Forschung zu diesem Thema nicht eindeutig ist. Da Cannabisrauch ebenfalls Schadstoffe und krebserregende Chemikalien enthält, kann das Inhalieren des Rauchs ebenfalls das Lungengewebe schädigen. Jedoch sind weitere Studien erforderlich, um die genauen Zusammenhänge und das Ausmaß des Risikos besser zu verstehen.

Eine von Ärzten verwendete, aus Kunststoff hergestellte Lunge. Man erkennt Arterien und Adern in blau und rot und die Lungenbläschen
Abb 2: Die Lunge ist ein sehr komplexes Organ, welches durch regelmäßiges Rauchen stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

4. Asthma

Durch Verengung und Reizung der Atemwege kann Rauchen Asthmaanfälle auslösen oder verschlimmern. Die im Rauch enthaltenen Chemikalien und Schadstoffe können Entzündungen in den Bronchien und der Lunge verursachen, was zu einer Zunahme der Schleimproduktion und einer Verengung der Atemwege führt.

Bei Menschen, die bereits an Asthma leiden, ist das Rauchen besonders gefährlich, da es die Effektivität von Asthmamedikamenten beeinträchtigen und die Häufigkeit von Asthmaanfällen erhöhen kann. Rauchen ist einer der vermeidbaren Risikofaktoren, die zur Entwicklung von Asthma beitragen können. Auch Passivrauchen, das Einatmen von Rauch aus der Umgebung, kann das Asthmarisiko erhöhen und die Symptome verschlimmern.

5. Lungeninfektionen

Raucher haben ein höheres Risiko, an Lungeninfektionen zu erkranken und es kann länger dauern, um sich von einer Infektion zu erholen. Die beim Rauchen freigesetzten Schadstoffe und Chemikalien beeinträchtigen die natürlichen Abwehrmechanismen der Lunge, wie zum Beispiel die Flimmerhärchen, welche Fremdkörper und Krankheitserreger aus den Atemwegen befördern. Dadurch wird es schwieriger für den Körper, Infektionen abzuwehren und effektiv zu bekämpfen. Raucher sind somit anfälliger für bakterielle und virale Infektionen der Atemwege.

Auch das Rauchen von Cannabis kann das Risiko für Lungeninfektionen erhöhen, da es ähnliche schädliche Effekte auf das Immunsystem und die Lungenfunktion haben kann. Passivrauchen, sowohl von Tabak als auch von Cannabis, kann ebenfalls das Risiko für Lungeninfektionen erhöhen, insbesondere bei Kindern und Personen mit bereits geschwächtem Immunsystem.

Röntgenaufnahme einer Lunge, mit einigen Schatten darauf.
Abb. 3: Lungenerkrankungen wie Krebs werden meistens erst beim Röntgen entdeckt. Andere Erkrankungen, wie zb. eine COPD, können durch anhaltende Symptome wie abnormaler Husten auffallen.

6. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Neben genetischen Faktoren ist Rauchen eine der häufigsten Ursachen für COPD, eine chronische Lungenerkrankung, die durch eine Kombination von Symptomen wie Atemnot, Husten und Auswurf gekennzeichnet ist. Rauchen kann diese Symptome verschlimmern.

COPD umfasst zwei Hauptkomponenten: chronische Bronchitis und Emphysem. Diese beiden Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf und führen zu einer progressiven Verschlechterung der Lungenfunktion. Die beim Rauchen freigesetzten schädlichen Chemikalien und Partikel verursachen Entzündungen und zerstören Atemwege sowie Lungengewebe, was zu irreversiblen Schäden führt.

Insgesamt sind die Auswirkungen des Rauchens auf die Lunge schwerwiegend und können zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Das Rauchen aufzugeben oder niemals damit anzufangen, ist nach wie vor der beste, wenn auch nicht gerade einfache, Weg, um diese negativen Auswirkungen zu vermeiden.


In eigener Sache:

Rauchen macht abhängig”, “Rauchen ist tödlich”, “Rauchen schadet Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung”… Vermutlich wissen Sie das alles schon!

Wenn Sie jedoch vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich weiter über dieses Thema informieren möchten, haben wir hier noch einige passende Links dazu:

Rauchfrei.Info

Nichtraucherhelden.de (Anti-Rauch-Coaching)

Leseempfehlungen zur Rauch-Entwöhnung

Medikamente zur Rauchentwöhnung

Nichtraucher-Startpaket (Gratis)

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Kommentare

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Bobby420

May 17, 2023

Naja... Immer noch deutlich gesünder, als Tabak zu rauchen!! Verdampfen macht irgendwie keinen Spaß...