Was ist medizinisches Cannabis?
Medizinisches Cannabis wird seit April 2024 einfacher verschrieben und umfasst Blüten, Extrakte sowie Dronabinol- und Nabilon-Arzneimittel.
Enthält THC und CBD in variierenden Konzentrationen; Blüten werden verdampft oder geraucht, Extrakte oral eingenommen.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich; sonst privat zu zahlen: Finden Sie Ihre Blüte und klicken Sie anschließend „Jetzt Rezept anfragen“.
Seit einigen Jahren kann medizinisches Cannabis in Deutschland verschrieben werden. Es werden vor allem getrocknete Cannabisblüten und standardisierte Extrakte, aber auch Arzneimittel, die die Wirkstoffe Dronabinol oder Nabilon enthalten, verschrieben. Diese speziellen Cannabisarzneimittel konnten seit 2017 durch ein Gesetz zur Änderung betäubungsrechtlicher und anderer Vorschriften von einem Arzt auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben und in Apotheken bezogen werden. Der Einsatz von medizinischem Cannabis war streng geregelt und wurde in den letzten Jahren in der Regel nur bei schwerwiegenden Erkrankungen erwogen, wenn alternative Therapien nicht verfügbar oder nicht geeignet sind. Seid dem 1. April 2024 wird Cannabis aber nicht mehr als Betäubungsmittel eingestuft und kann seitdem auch einfacher verschrieben werden. Die Blüten werden mit einem speziellen Inhalator, einem sogenannten Vaporizer, verdampft oder geraucht, auch wenn diese Anwendungsart nicht empfohlen wird. Die Extrakte werden oral eingenommen.
Medizinische Cannabisprodukte enthalten die Wirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) und unterscheiden sich vor allem in der Wirkstoffmenge: Während einige Blüten beispielsweise nur wenige Prozent THC und dafür mehr CBD enthalten, bieten die potentesten Sorten aktuell über 30% THC. Die genaue Dosierung der Cannabisblüten oder -extrakte wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt an die genauen Bedürfnisse des Patienten angepasst. Medizinalcannabis kann heute theoretisch bei jeder Krankheit eingesetzt werden, bei der ein Arzt die Behandlung für sinnvoll hält. In manchen Fällen kann auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen, sofern eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs oder der Symptome zu erwarten ist und durch Studien belegt ist. Viele Patienten lassen sich medizinisches Cannabis jedoch auch privat verschreiben und übernehmen die Kosten für die Behandlung selbst.
Auf unserer Webseite finden Sie eine Auswahl aller Blüten und Extrakte, die wir aktuell auf Lager haben.
Bei diesen Krankheiten wird medizinisches Cannabis häufig eingesetzt
Verschreibung bei schweren Erkrankungen ohne Alternativen.
Häufig bei chronischen Schmerzen (76,4%).
Weitere Anwendungen: Spastik (9,6%), Anorexie/Wasting-Syndrom (5,1%), Übelkeit/Erbrechen (2,2%).
Medizinisches Cannabis wird vor allem dann verschrieben, wenn schwerwiegende Erkrankungen vorliegen und keine alternativen Therapien zur Verfügung stehen. Laut Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die über einen Zeitraum von fünf Jahren gesammelt wurden, wird medizinisches Cannabis besonders häufig zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt. In über drei Viertel der Fälle (76,4%) erhielten Patienten Cannabisarzneimittel zur Schmerztherapie.
Darüber hinaus findet medizinisches Cannabis Anwendung bei der Behandlung von Spastik (9,6%), insbesondere bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, sowie bei Anorexie und dem Wasting-Syndrom (5,1%), die beide häufig im Zusammenhang mit schweren chronischen Erkrankungen auftreten. Auch Übelkeit und Erbrechen (2,2%), etwa im Rahmen einer Chemotherapie, gehören zu den Symptomen, bei denen medizinisches Cannabis verordnet wird. Diese Daten liefern wertvolle Hinweise darauf, bei welchen Krankheitsbildern und Symptomen Cannabisarzneimittel eine Rolle spielen können.
Hat Medizinalcannabis einen Einfluss auf die Libido?
Einfluss von Cannabis auf die Libido ist umstritten.
Hypothesen: Stressreduktion und beruhigende Wirkung könnten das Sexualleben verbessern; veränderte Zeitwahrnehmung und intensivere sensorische Erfahrungen möglich.
THC aktiviert Cannabinoidrezeptoren, erhöht Dopamin, das die Sexualfunktion beeinflusst.
Darüber hinaus verändert Cannabis die Zeitwahrnehmung, was angenehme Empfindungen verlängern kann.
Die Frage, inwieweit und ob Cannabis die Libido beeinflusst, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Eine Hypothese besagt, dass Cannabis durch die Reduktion von Stress und Angst positive Auswirkungen auf das Sexualleben haben kann. Diese beruhigende Wirkung kann sexuelle Hemmungen abbauen und die Bereitschaft zum Experimentieren steigern. Darüber hinaus verändert Cannabis die Zeitwahrnehmung, was angenehme Empfindungen verlängern kann. Verstärkte sensorische Wahrnehmungen – wie intensiveres Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen – werden ebenfalls als mögliche Effekte beschrieben.
Bereits in einer Studie aus dem Jahr 1982 der Universität von Wisconsin in Milwaukee berichteten Cannabiskonsumentinnen, dass sie eine intensivere körperliche Nähe und ein verstärktes Tastgefühl beim Sex erlebten, wenn sie zuvor Cannabis konsumierten. Wissenschaftlich ist bekannt, dass THC, der psychoaktive Wirkstoff von Cannabis, Cannabinoidrezeptoren im Körper aktiviert. Diese Aktivierung führt zu einer erhöhten Freisetzung von Dopamin, einem Botenstoff, der eine zentrale Rolle in der weiblichen Sexualfunktion spielt. Cannabinoidrezeptoren sind in verschiedenen Hirnregionen vorhanden, die die Sexualfunktion kontrollieren, darunter der Hypothalamus, der Stirnbereich der Hirnrinde und der Hippocampus. Zudem nehmen die Blutkonzentrationen von Endocannabinoiden mit dem Grad der sexuellen Erregung zu. Es ist also anzunehmen, dass medizinisches Cannabis einen Einfluss auf die Libido hat. Inwieweit sich das im “Alltag” auswirkt, lässt sich im Einzelfall jedoch nicht vorhersagen. Da Cannabis, gerade bei “neuen” Patienten, auch oft müde macht und von vielen sogar bei Schlafproblemen eingesetzt wird, sollte man den Einsatz gut überdenken…
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Die Unterschiede zwischen CBD und THC
THC: Psychoaktiv, verursacht Rausch; eingesetzt bei Schmerzen, Muskelspastiken, Übelkeit, Appetitlosigkeit, und weiteren Erkrankungen wie PTSD und ADHS.
CBD: Nicht psychoaktiv; wirkt entzündungshemmend, angstlösend, und antiepileptisch; verwendet bei Schlaf- und Angststörungen sowie chronischen Entzündungen.
Unterschiede: THC und CBD unterscheiden sich stark in Wirkung und Anwendungen, entscheidend für die Auswahl der richtigen Cannabisprodukte.
THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) sind die bekanntesten Cannabinoide im medizinischen Cannabis, die in ihrer Wirkung jedoch stark voneinander abweichen. THC ist für seine psychoaktiven Eigenschaften bekannt, die den typischen „Rausch“ verursachen. Es wird im Rahmen der medizinischen Cannabistherapie vor allem in der Schmerztherapie, bei Muskelspastiken, Übelkeit durch Chemotherapie und Appetitlosigkeit eingesetzt. Darüber hinaus zeigt THC positive Effekte bei einer Vielzahl von weiteren Erkrankungen wie Posttraumatischen Belastungsstörungen, ADHS und in der Palliativmedizin. THC bindet stark an die Cannabinoidrezeptoren des Endocannabinoidsystems, insbesondere an die CB1 und CB2 Rezeptoren, und beeinflusst damit verschiedene neurobiologische Prozesse.
Im Gegensatz dazu ist CBD, ein weiterer zentraler Bestandteil in medizinischem Cannabis, nicht psychoaktiv und erzeugt keinen Rausch. Es hat in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen, insbesondere durch die Verfügbarkeit von frei verkäuflichen CBD-Ölen, die häufig zur Unterstützung bei Schlafstörungen und Angststörungen beworben werden. CBD wirkt entzündungshemmend, angstlösend und antiepileptisch und wird häufig bei chronisch entzündlichen Erkrankungen oder Angststörungen im Rahmen einer Cannabistherapie eingesetzt. CBD bindet weniger stark an die Cannabinoidrezeptoren als THC, beeinflusst jedoch eine Vielzahl anderer Rezeptoren, was zu einem breiten therapeutischen Einsatzspektrum führt.
Obwohl THC und CBD beide in der Cannabispflanze vorkommen und ähnliche Grundstrukturen aufweisen, unterscheiden sie sich signifikant in ihrer Wirkung und ihren Anwendungsbereichen. Diese Unterschiede sind entscheidend für die Wahl der passenden medizinischen Cannabisprodukte und die spezifische Behandlung von Patienten.
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CBD, der nicht psychoaktive Wirkstoff in Cannabis, kam bisher vor allem in Nutzhanf vor – und findet erst seit ein paar Jahren Beachtung.
Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis-Ölen und -Extrakten
Cannabisöl wird bei starken Schmerzen eingesetzt; Wirkung hängt von Inhaltsstoffen ab.
CBD-Öl hat bis zu 0,2% THC, medizinische Extrakte mehr als 0,2% THC und sind rezeptpflichtig.
Frei verkäufliches CBD-Öl hat eine gleichmäßigere Dosierung und bessere Verteilung als Blüten.
Cannabisöl, oft auch als Hanföl oder Cannabisextrakt bezeichnet, wird zunehmend als verschreibungspflichtiges Medikament eingesetzt, insbesondere bei starken Schmerzen, wenn herkömmliche Behandlungen versagen oder starke Nebenwirkungen verursachen. Cannabisöl oder Cannabisextrakt ist ein Überbegriff für verschiedene Produkte aus der Hanfpflanze, deren Wirkung stark von den Inhaltsstoffen und deren Konzentration abhängt.
Achtung: Der Begriff „Cannabisöl“ wird oft unspezifisch verwendet. Frei verkäufliches CBD-Öl und andere legale Cannabisprodukte dürfen maximal 0,2 % THC enthalten, bei der Herstellung gelten die selben Richtlinien wie für Lebensmittel. Hanfsamenöl hingegen ist sogar komplett frei von Cannabinoiden und dient als reines Speiseöl. Medizinische Cannabisextrakte und -öle werden nach pharmazeutischen Maßstäben hergestellt und dürfen mehr als 0,2% THC enthalten. Diese Produkte dürfen jedoch nur gegen Vorlage eines Rezeptes in einer Apotheke erworben werden.
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Im Gegensatz zu Blüten haben Extrakte eine homogenere Wirkstoffverteilung und eine standardisierte Wirkstoffmenge, während Cannabisblüten natürliche Schwankungen aufweisen. Außerdem lassen sich Extrakte einfacher einnehmen und genauer dosieren. Für die Herstellung von medizinischen Cannabisextrakten werden unterschiedliche Trägeröle und Extraktionsverfahren verwendet.
Nebenwirkungen und Risiken von medizinischem Cannabis
Höhere Dosen können Nebenwirkungen wie Ängste auslösen.
Bei regelmäßiger Anwendung entwickelt sich eine Toleranz, was zwar die Wirksamkeit senkst, aber auch unerwünschte Effekt mildert
Cannabis kann mit Medikamenten wie Zytostatika und Antidepressiva interagieren: Eine enge Absprache mit dem Arzt ist also sehr wichtig!
Cannabis ist allgemein gut verträglich, aber unerwünschte Nebenwirkungen sind möglich, besonders bei Vorliegen schwerwiegender Vorerkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente. Cannabis kann das Herz-Kreislaufsystem beeinflussen, was bei bestehenden Herzerkrankungen zu Problemen führen kann. Die Nebenwirkungen von Cannabis, wie psychoaktive Effekte, Veränderungen der Wahrnehmung und motorischen Fähigkeiten, sind dosisabhängig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Besonders bei höheren Dosen kann THC auch Ängste oder Panik auslösen. Physische Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Bewegungsstörungen und Veränderungen der Herzfrequenz treten häufig auf, sind jedoch bei einschleichender Dosierung meist mild und nicht gefährlich.
Langfristig stellt sich bei regelmäßiger Anwendung eine gewisse Toleranz ein, was zwar die Wirksamkeit verringern, aber vor allem die unerwünschten Effekte abschwächen kann. Cannabis kann außerdem Wechselwirkungen mit einer Vielzahl von Medikamenten auslösen, insbesondere solchen, die auf ähnliche Weise im Körper abgebaut werden. Dies betrifft unter anderem Zytostatika, Gerinnungshemmer, Antidepressiva und Herz-Kreislauf-Medikamente. Aufgrund dieser potenziellen Wechselwirkungen und Kontraindikationen, wie eine Schwangerschaft oder Psychosen, ist eine enge Absprache mit dem Arzt vor und während einer Cannabis-Therapie essenziell.
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Spätestens mit ein bisschen Online-Recherche findet man Ärzt*innen in der Umgebung, die medizinisches Cannabis verschreiben.
Wie bekommt man ein Rezept für medizinisches Cannabis?
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Für ein Cannabis-Rezept in Deutschland muss der Arzt die Notwendigkeit bestätigen und eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist möglich; andernfalls kann man Cannabis auf Privatrezept erhalten und zahlt selbst.
Die Suche nach einem Arzt kann herausfordernd sein, Online-Recherche kann helfen.
Um in Deutschland ein Cannabisrezept zu erhalten, muss man zunächst einen Arzt konsultieren, der die Notwendigkeit einer Cannabistherapie bestätigt. Voraussetzung für die Verschreibung ist das Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung, bei der andere Behandlungsansätze nicht ausreichend sind oder wenn der Arzt der Meinung ist, das Cannabis bei diesem Krankheitsbild helfen kann. Nach der Diagnose kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Wird dieser genehmigt, erhält man ein Rezept, welches in der Apotheke eingelöst werden kann.
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Alternativ besteht die Möglichkeit, Cannabis auf Privatrezept zu erhalten. In diesem Fall trägt der Patient die Kosten für die Medikamente selbst, inklusive eventuell anfallender Arztkosten. Um ein Privatrezept zu erhalten, muss man nicht privat versichert sein, sondern muss dem Arzt mitteilen, dass man die Kosten für die Behandlung selbst übernimmt, als sogenannter “Selbstzahler”. Teilweise kann es immer noch schwer sein, einen Arzt zu finden, der Cannabis als sinnvolle Therapie-Option betrachtet. Mithilfe einer Online-Recherche findet man meistens jedoch Ärzte in der Umgebung.
Studien zur Wirksamkeit von medizinischem Cannabis in der Schmerztherapie
Medizinalcannabis lindert chronische Schmerzen durch Hemmung der Schmerzsignale und Regulierung von Entzündungen.
Das Endocannabinoid-System hilft bei der Schmerzwahrnehmung und Stressbewältigung.
Cannabis kann die Notwendigkeit für Opioide und andere Schmerzmittel reduzieren.
Studien zeigen, dass die Aktivierung von Cannabinoidrezeptoren die Übertragung von Schmerzsignalen hemmen und Entzündungen regulieren kann, was bei chronischen Schmerzen von großer Bedeutung ist.
Medizinalcannabis wird häufig zur Behandlung von chronischen Schmerzen eingesetzt, wobei ein Großteil der Patienten, die Cannabisblüten oder Extrakte auf Rezept erhalten, diese zur Schmerzlinderung nutzt. Wissenschaftliche Erkenntnisse stützen die Wirksamkeit von Cannabis bei der Schmerztherapie. Studien zeigen, dass die Aktivierung von Cannabinoidrezeptoren im Körper die Übertragung von Schmerzsignalen hemmen und Entzündungen regulieren kann, was besonders bei chronischen Schmerzen von Bedeutung ist.
Das körpereigene Endocannabinoid-System spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Stressbewältigung und kann die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Stress, der oft mit körperlichen Schmerzen einhergeht, kann durch die Wirkung von Cannabinoiden gemildert werden. Der therapeutische Nutzen von Medizinalcannabis wird durch eine sorgfältige Dosierung und die Kombination verschiedener Pflanzenstoffe erhöht, was insbesondere bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen relevant ist. Aktuelle Studien zeigen auch, dass Medizinalcannabis helfen kann, die Einnahme anderer Schmerzmittel, wie Opioide, zu reduzieren, was besonders für Patienten mit starken, chronischen Schmerzen von Vorteil sein kann.
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Was sind Terpene und Flavonoide?
Terpene: Aromatische Moleküle in Pflanzen, einschließlich Cannabis, die Duft, Geschmack und die Wirkung beeinflussen; umfassen Mono- und Sesquiterpene und spielen eine Rolle beim Schutz und der Fortpflanzung der Pflanzen.
Terpene zeigen antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkungen, was sie für medizinische Anwendungen interessant macht und sie weniger resistenzfördernd als Antibiotika macht.
Flavonoide, einschließlich Cannaflavine, tragen zur Farbe und Wirkung von Cannabis bei, haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und spielen eine Rolle im Entourage-Effekt.
Terpene sind aromatische Moleküle, die in vielen Pflanzen vorkommen und für deren charakteristischen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. In der Pflanzenwelt dienen sie zur Anlockung oder Abschreckung von Insekten und tragen so zur Fortpflanzung und zum Schutz bei. Diese auf Isopren basierenden Verbindungen existieren in verschiedenen Formen wie Mono- und Sesquiterpene. In der Cannabispflanze sind Terpene besonders interessant, da sie neben dem Aroma möglicherweise auch die Wirkung beeinflussen. Beispielsweise könnte Myrcen in Kombination mit THC beruhigend wirken, was die unterschiedlichen Effekte verschiedener Cannabissorten erklärt. Die Terpene werden in den Trichomen der Pflanze produziert und sind in den Blüten am stärksten konzentriert.
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Terpene zeigen vielfältige biologische und pharmakologische Eigenschaften, darunter antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkungen. Dies macht sie für medizinische Anwendungen interessant, da sie potenziell weniger Nebenwirkungen und ein geringeres Resistenzrisiko als herkömmliche Antibiotika aufweisen. Auch in der Aromatherapie und Landwirtschaft finden Terpene Anwendung. Aktuelle Forschungen konzentrieren sich auf mögliche Synergieeffekte zwischen Terpenen und Cannabinoiden in der Cannabispflanze. Diese Wechselwirkungen könnten bei der Behandlung verschiedener Beschwerden wie Schmerzen, Entzündungen und psychischen Erkrankungen nützlich sein. Wissenschaftler arbeiten daran, Cannabissorten gezielt zu züchten, um bestimmte therapeutische Eigenschaften zu optimieren.
Terpene kommen nicht nur in Cannabis vor, sondern auch in ätherischen Ölen aller Art, wo sie beispielsweise zur Aromatherapie eingesetzt werden.
Untersuchungen zeigen aber, dass die Wirkung von Cannabis nicht ausschließlich von den Cannabinoiden und Terpenen bestimmt wird, sondern von der Gesamtheit aller Inhaltsstoffe, dem sogenannten Chemovar. Innerhalb dieser Vielfalt an Verbindungen spielen auch die sogenannten Flavonoide eine wichtige Rolle. Flavonoide sind Blütenfarbstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen und in Cannabis für die charakteristischen Farben und möglicherweise auch für die Wirkung verantwortlich sind. Sie tragen nicht nur zur Farbgebung bei, sondern haben in der Pflanzenwelt Schutzfunktionen und können Krankheitserreger abwehren, bestäubende Insekten anlocken und vor UV-Strahlung schützen. In Cannabis gibt es spezielle Flavonoide, sogenannte Cannaflavine, die in besonders hoher Konzentration vorkommen und eine potenziell wichtige Rolle im Entourage-Effekt spielen können. Diese Verbindungen haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften, die für die Behandlung verschiedener Krankheiten von Interesse sein könnten.
Ist man als Cannabis-Patient den ganzen Tag “bekifft”?
Nein.

Die meisten Cannabis-Patienten nutzen Cannabis täglich und entwickeln so eine Toleranz gegenüber dem psychoaktiven Effekt, manche Patienten nutzen außerdem auch Sorten, die aufgrund des geringen THC-Gehaltes kaum psychoaktiv wirken. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase darf man auch Auto fahren und am Straßenverkehr teilnehmen, das wäre “bekifft” kaum möglich!

An dieser Stelle kann man also klar sagen: Nein, als Cannabis-Patient ist man nicht den ganzen Tag bekifft, gerade weil eine dauerhafte Einnahme statt findet. Bei Unterbrechungen der Therapie oder Sortenwechseln hin zu stärkeren Sorten kann es aber vorkommen, dass die Nebenwirkungen wieder stärker zum Vorschein kommen.

Wichtig: Cannabis in der Palliativ-Behandlung: Krankenkassen zahlen meistens!
Patienten entwickeln Toleranz gegenüber Cannabis; Autofahren ist nach Eingewöhnung möglich.
Cannabis lindert Symptome in der Palliativversorgung.
Krankenkassengenehmigung für die erste Verschreibung ist nötig und muss in der SAPV innerhalb von drei Tagen erteilt werden.
In der Palliativversorgung kann Cannabis zur Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit eingesetzt werden. Die Krankenkasse muss innerhalb von drei Tagen über Anträge auf Kostenübernahme entscheiden.

Die meisten Cannabis-Patienten nutzen Cannabis täglich und entwickeln so eine Toleranz gegenüber dem psychoaktiven Effekt, manche Patienten nutzen außerdem auch Sorten, die aufgrund des geringen THC-Gehaltes kaum psychoaktiv wirken. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase darf man auch Auto fahren und am Straßenverkehr teilnehmen, das wäre “bekifft” kaum möglich!

Die Palliativversorgung zielt darauf ab, die Lebensqualität von Patienten im oft letzten Abschnitt einer Erkrankungen zu verbessern, indem körperliche, aber auch psychosoziale Probleme behandelt werden. Mehr als ein Drittel der betroffenen Patienten leidet unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs, aber auch andere chronische Erkrankungen können eine palliative Behandlung erfordern. Cannabis findet zur Behandlung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit auch in der Palliativbehandlung Anwendung.

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Für die erste Verordnung von medizinischem Cannabis ist auch hier eine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse erforderlich. Wird medizinisches Cannabis aber im Rahmen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) verschrieben, darf die Krankenkasse eine Genehmigung nur in Ausnahmefällen verweigern und muss dies begründen. In der Palliativ-Behandlung muss die Krankenkasse außerdem innerhalb von drei Tagen über den Antrag entscheiden. Diese Frist von drei Tagen gilt auch, wenn eine stationär begonnene Cannabistherapie nach der Entlassung ambulant weitergeführt werden soll. Wenn die Krankenkasse innerhalb dieser kurzen Frist keine begründete Ablehnung formuliert, wird Cannabis automatisch von der Krankenkasse übernommen.